Anspruch auf Teilzeit besteht auch für Führungskräfte

Auch Arbeitnehmer in Führungspositionen haben Anspruch auf Verkürzung der Wochenarbeitszeit, so das Arbeitsgericht Berlin (Az.: 28 Ca 17989/11).

Grundsätzlich haben alle Arbeitnehmer gem. § 8 I TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz) Anspruch auf Reduzierung ihrer Arbeitszeit nach Einigung mit dem Arbeitgeber.

Verringerung der Arbeitszeit

(1) Ein Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat, kann verlangen, dass seine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit verringert wird.

Anderes kann nach § 8 IV 1 TzBfG gelten, wenn der Verkürzung betriebliche Gründe entgegenstehen.

(4) Der Arbeitgeber hat der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen und ihre Verteilung entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers festzulegen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen.

Gerade bei Führungskräften aber könnte angenommen werden, dass durch ihre verringerte Anwesenheit betriebliche Abläufe wie Informationsaustausch, Überwachung und Aufgabenverteilung leiden könnten. Das allein begründet laut Arbeitsgericht aber keinen „betrieblichen Grund“ i.S.d. § 8 IV 1 TzBfG. Es hält sich vielmehr an den Grundsatz von § 6 TzBfG:

Förderung von Teilzeitarbeit

Der Arbeitgeber hat den Arbeitnehmern, auch in leitenden Positionen, Teilzeitarbeit nach Maßgabe dieses Gesetzes zu ermöglichen.

Das heißt, dass der Arbeitnehmer ausgleichende organisatorische Maßnahmen ergreifen kann, soweit sie ihm zumutbar sind, damit alle Arbeitnehmer, auch jene in leitenden Positionen, von ihrem Recht auf Teilzeitarbeit Gebrauch machen können. Allein die mögliche Erschwerungen des laufenden Betriebs rechtfertigen die Ablehnung der Teilzeit nicht.

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