WhatsApp im Beruf – datenschutzrechtlich zulässig?

WhatsApp, DSGVO, Datenschutz

Das Inkrafttreten der DSGVO hat auch bei Millionen Nutzern von modernen Textnachrichtendiensten zu großen Verunsicherungen geführt. Denn durch das Verwenden ein und desselben Endgeräts zur privaten und beruflichen Kommunikation kann es zu datenschutzrechtlichen Problemen kommen. So erheben Anwendungen wie WhatsApp personenbezogene Daten, die auf dem entsprechenden Smartphone gespeichert sind. Nach der Installation der Software wird das gesamte Kontaktverzeichnis durchsucht und  an einen zentralen Server in den Vereinigten Staaten übermittelt. WhatsApp tut dies unter anderem deshalb, um dem Nutzer anzuzeigen, welche seiner Kontakte ebenfalls WhatsApp-Nutzer sind. Dies ist insbesondere in den Fällen problematisch, in denen sich im Kontaktverzeichnis auch Daten von Personen befinden, die selbst kein WhatsApp nutzen.

WhatsApp erhebt also Daten, um den reibungslosen Betrieb der Anwendung zu gewährleisten. Dazu heißt es in den Nutzungsbedingungen:

„WhatsApp muss einige Informationen erhalten oder erfassen, um unsere Dienste zu betreiben, anzubieten, zu verbessern, zu verstehen, zu individualisieren, zu unterstützen und zu vermarkten. Dies geschieht u. a. wenn du unsere Dienste installierst, nutzt oder auf sie zugreifst. Die Arten von Informationen, die wir erhalten und erfassen, hängen davon ab, wie du unsere Dienste nutzt.“

Nach Inkrafttreten der DSGVO ist dieses Verfahren datenschutzrechtlich nicht ohne Probleme.

Entwarnung für private WhatsApp-Nutzer

Für die private und familiäre Nutzung schließt der Gesetzgeber die Anwendung der DSGVO gem. Art 2 II lit. c aus. Dies schließt auch alle Online-Tätigkeiten und die Nutzung von sozialen Netzwerken mit ein. Nutzer sollten an dieser Stelle aber sicherstellen, dass die Benutzung ohne jeglichen beruflichen, geschäftlichen oder wirtschaftlichen Bezug erfolgt.

Probleme für die berufliche Nutzung von WhatsApp

Durch die bloße Installation der App auf einem Endgerät findet bereits eine Datenerhebung statt. Die Erhebung von personengebunden Daten muss aber auf den Erlaubnistatbeständen des Art. 6 DSGVO beruhen. Diesbezüglich ist davon auszugehen, dass die Datenverarbeitung nicht im Sinne des Art. 6 I lit. b DS-GVO erfolgen kann. Diese Vorschrift würde eine Datenverarbeitung ohne Einwilligung erlauben, um eine Erfüllung des Vertrages zu gewährleisten. Die Vorschrift lautet:

Die Verarbeitung ist nur rechtmäßig, wenn mindestens eine der nachstehenden Bedingungen erfüllt ist:

[…]

b) die Verarbeitung ist für die Erfüllung eines Vertrags, dessen Vertragspartei die betroffene Person ist, oder zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich, die auf Anfrage der betroffenen Person erfolgen;

Da die Weiterleitung der Daten aus den Kontaktverzeichnis zu Unternehmen des Facebook-Konzerns (WhatsApp gehört zur Facebook-Gruppe) keine Verarbeitung zur Erfüllung des Vertrags darstellt, wäre eine Einwilligungserklärung des jeweiligen Kunden oder Geschäftskontakts nötig. Sofern kein beruflicher Nutzen für Sie besteht, sollten sie auf die Installation der Software auf beruflichen Endgeräten verzichten oder aber entsprechende Einwilligungserklärungen einholen. Der Facebook-Konzern garantiert grundsätzlich die Einhaltung europäischer Datenschutzstandards und nimmt am s.g. Privacy-Shield-Abkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten teil.

Haben Sie Bedenken zur richtigen Vorgehensweise bei der beruflichen Nutzung von WhatsApp? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren!

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