(Zwischen-)Händler nicht schadensersatzpflichtig für Mängel des Herstellers

Online-Händler, die an den Käufer eine mangelhafte Sache liefern, haben für diese und die durch sie verursachten Folgeschäden keinen Schadensersatz zu leisten, wenn der Mangel vom Hersteller herrührt, so das Landgericht Hagen, Az.: 2 O 61/12.

Damit wird an den Wortlaut des § 280 I BGB angeknüpft:

Schadensersatz wegen Pflichtverletzung

(1) Verletzt der Schuldner eine Pflicht aus dem Schuldverhältnis, so kann der Gläubiger Ersatz des hierdurch entstehenden Schadens verlangen. Dies gilt nicht, wenn der Schuldner die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat.

Dem Händler fehle bei Produktfehlern ein Verschulden, insbesondere, wie im Fall der der Entscheidung zugrunde lag, wenn der Händler die Ware ohne auszupacken gleich an den Abnehmer weiterverschickt. Dem Händler sei aufgrund des hohen Handelsvolumens eine Betrachtung und Überprüfung jeder verschickten Ware nicht zuzumuten.

Sonstige Ansprüche des Käufers sind dadurch aber nicht ausgeschlossen. So kann er vom Kaufvertrag zurücktreten, den Kaufpreis mindern oder Nacherfüllung mit einer Mangelfreien Ware, also Umtausch, begehren. Eventuelle Kosten, die dem Verkäufer entstehen, kann dieser dann unter Umständen gegen den Hersteller geltend machen.

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